Die Schönheit der Wüste 

Warum möchte ich über die Wüste schreiben? Weil viele von uns in der Wüste landen und verzweifeln. Wie bin ich hier gelandet? Was habe ich falsch gemacht? Ist Gott böse mit mir? Hat Er mich verlassen?

War Gott ärgerlich mit Seinem Sohn als Er durch den HG, in die Wüste geführt wurde? Im Gegenteil, es war Seine größte Prüfung, als Er Satan überwunden hat, als Er in jeden Bereich versucht wurde, in dem der erste Adam versucht wurde. Es war in diesem Platz von Mangel, von Hunger, von Einsamkeit, von Verlassenheit wo seine seelischen Bedürfnisse als auch seine geistliche Not viel tiefer waren denn je, als Er begriff, wer der Geist Gottes in Ihm ist - Er konnte nicht gekauft werden, Er konnte nicht getäuscht werden
Er konnte nicht verführt werden und Er kam aus der Wüste in der Kraft des HG.

Wenn wir das Wort „Wüste" hören, denken wir sofort an Hitze, Sand, Hässlichkeit, Dürre,
Unbequemlichkeit, Leblosigkeit, Uninteressantes und Eintönigkeit. Viele kommen nicht nahe genug um zu entdecken, daß die Dinge nicht sind wie wir sie uns vorstellen. Sie meinen, weil sie keine augenscheinliche Schönheit sehen, daß es gar keine Schönheit gibt.

Ich bin in der Wüste, in Namibia, aufgewachsen und kann mich erinnern, wie ich im Schatten von einem Felsen saß und bemerkte, wieviel Leben es rund um mich gab. Ich beobachtete, wie Vögel am Himmel kreisten und ich lauschte dem Summen der Bienen. Eidechsen spielten fangen und Käfer krabbelten im Sand, nicht bewußt, daß sie in einer Gegend sind, die Andere als leblos ansehen. Ich sah große Schönheit in der Tatsache, daß das Leben in der Wüste sich nie beschwert. Alles dort pulsierte von Leben trotz der Tatsache, daß es schwerer ist dort zu überleben als anderswo. Die Schönheit ist auch in den wechselnden Farben der Landschaft erkennbar. In der flimmernden Mittagshitze erscheint alles starr und grell, ohne Schatten für Lebewesen, doch wenn der Tag abkühlt und die Sonne längere Schatten wirft, verwandelt sich die Wüste in eine rosa Wunderwelt.

Diese Wüste erinnert mich an viele Menschen, die ich kenne. Von weitem sehen sie häßlich, gebrochen, uninteressant und leblos aus, ohne Vision. Oft haben sie wenig Ressourcen, aber es ändert nichts an der Tatsache, daß Gott in sie viel Leben und Schönheit gelegt hat. Jene, die sich genug Zeit nehmen zuzuhören und sie kennenzulernen, werden dies entdecken.
So gibt es Menschen, die nach einer schlaflosen, unruhigen Nacht aufstehen und mehr müde sind, als zum Zeitpunkt des Schlafengehens. Sie wissen, daß sie nicht die Kraft haben, durch den Tag zu kommen und dennoch entscheiden sie sich, das Frühstück zu machen, ihren Kindern zuzulächeln und ihren Tag richtig zu beginnen. Jeder kann das nach einer guten Nacht schaffen. Es ist jedoch ein immenser Triumph, wenn jemand Anderen reiches Leben geben kann aus der Leere seiner persönlichen Wüste.

Es gibt viele Menschen, deren Beziehungen so kaputt sind, daß es niemanden gibt, den sie Freund nennen könnten. Ihre Finanzen sind so am Ende, daß sie nicht einmal mehr davon träumen, sich einen kleinen Luxus zu gönnen. Ihre Umgebung ist so vergiftet, daß sie sich nicht vorstellen können, daß der Kürbis von Aschenputtel sich in eine goldene Kutsche verwandelt hatte. Die meisten Menschen widerspiegeln auch diesen Schwermut.

Aber nicht alle! Ich kenne einige wunderbare Menschen, die mit wenig Spaß haben können, wie z.B. mit einer Eidechse, die fröhlich über einen Stein huscht. Sie wissen, den Reichtum in ihrem Inneren zu schätzen. Ob sie die Gnade und Beweglichkeit ihres Körpers, ihren Sinn für Humor oder die Leidenschaft ihres Geistes feiern, sie können sich ohne äußeres Zutun freuen. Sie sind Schönheiten in der Wüste.

All Jene, die schön geboren wurden und immer für ihre Eleganz und Exzellenz bewundert wurden, die möchte ich segnen und ich wünschte, es gäbe mehr Menschen wie sie.

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Ich strebe und arbeite daran, Menschen zu helfen und ich geniesse die Schönheit, die schon sichtbar ist. Ich weiß zutiefst, daß diese Schönheit so viel mehr gekostet hat als jene, die Andere haben. Daher schätze ich sie umso mehr. Jene, welche die Schönheit in der Wüste entdeckt haben, sind meine wahren Heldinnen. 

Für 2012 wünsche ich Euch allen den Weg Gottes in Euer persönliches gelobtes Land von Milch und Honig. Die Absicht der Wüste ist unsere Vorbereitung auf den Dienst im Reich unseres Herrn Jesus. Möge Gott Euren Weg reichlich segnen! Ob Wüste, ob gelobtes Land, Er ist immer bei Euch!

Juliana - Eine Geschichte von Umkehr und Heilung
ISBN-10: 3876302145
ISBN-13: 978-3876302140 

erhältlich bei cbz.at

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