2015 ist ein Gedenkjahr.
Ein Gedenkjahr, das uns sensibilisiert.
Und zur Wachsamkeit ruft.

Dieser Prisca Impuls ist Dietrich Bonhoeffer gewidmet.
Dem Theologen, der noch kurz vor Kriegsende 1945 seinen Einsatz gegen das nationalsozialistische Regime mit dem Leben bezahlte.

Eines der Gedichte - im Blick auf ihn definitiv prophetisch - aus seiner Feder geht mir oft durch den Kopf.
Ich möchte es hier anführen.
Stellvertretend für viele weitere Texte von Dietrich Bonhoeffer, die mit einer unglaublichen Aktualität auch nach 70 Jahren in unsere Zeit hineinsprechen.
Und die es wert sind, gelesen zu werden. Und gelebt.

Der Tod des Mose
5. Mose 34,1: »und der Herr zeigte ihm das ganze Land«
Auf dem Gipfel des Gebirges steht
Mose, der Mann Gottes und Prophet.

Seine Augen schauen unverwandt
in das heilige, gelobte Land.

»So erfüllst Du, Herr, was Du versprochen,
niemals hast Du mir Dein Wort gebrochen.

Deine Gnade rettet und erlöst,
und Dein Zürnen züchtigt und verstößt.

Treuer Herr, Dein ungetreuer Knecht
weiß es wohl: Du bist allzeit gerecht.

So vollstrecke heute Deine Strafe,
nimm mich hin zum langen Todesschlafe.

Von des heilgen Landes voller Traube
trinkt allein der unversehrte Glaube.

Reich' dem Zweifler drum den bittren Trank,
und der Glaube sagt Dir Lob und Dank.

Wunderbar hast Du an mir gehandelt,
Bitterkeit in Süße mir verwandelt,

Läßt mich durch den Todesschleier sehn
dies, mein Volk, zu höchster Feier gehn.

Sinkend, Gott, in Deine Ewigkeiten
seh' mein Volk ich in die Freiheit schreiten.

Der die Sünde straft und gern vergibt,
Gott, ich habe dieses Volk geliebt.

Daß ich seine Schmach und Lasten trug
und sein Heil geschaut - das ist genug.

Halte, fasse mich! mir sinkt der Stab,
treuer Gott, bereite mir mein Grab.«

Dietrich Bonhoeffer, September 1944 (Auszug)

Eine frische Brise ...

Mitten in diese Sommertage hinein ein Prisca Impuls, der wie eine frische Brise unser Herz bewegt. 
Er stammt aus der Feder von Ruth Kistenich, auch sie eine Prisca Lady.
Nehmt euch einen Augenblick Zeit und lasst den Impuls in euch nachklingen.

WER HILFT MIR GLAUBEN
Ich mag Geschichten. Ob sie wahr oder erdacht sind, sie lassen mich träumen und helfen mir, die Welt einmal ganz anders zu betrachten.
Manchmal bekomme ich dadurch auch Zugang zu Gefühlen, die sonst versteckt oder unterdrückt sind. Die folgende Geschichte hat mich erwischt - in meinen Gedanken und Gefühlen - und ich habe sie nicht gelesen, ich habe sie erlebt.
So verschieden wie Kinder eben sind, stapfen kleine Menschlein durch die Türe zum Kindergottesdienst. Auch an diesem Sonntag hat die Friedl für sie ein eigenes Programm vorbereitet. Die einen laufen voll Vorfreude, die anderen sind froh, dass Mama mitgeht. Tizi freut sich auch sehr, nur mit dem Laufen klappt es nicht so gut. Ihre Beine sind unterschiedlich lang und in ihrer Funktionsfähigkeit eingeschränkt. Sie kann mit einer Schiene und Prothese gehen - und strotzt vor Selbstvertrauen. Als würde sie allen ihr liebenswertes, lebensfrohes Wesen zeigen wollen, vor allem jenen (Ärzten), die versuchten, den Eltern mit Nachdruck eine Abtreibung einzureden.
Im Kreis sitzend hören die Kinder einen Text aus den Evangelien und Friedl möchte heute mit ihnen über Menschen reden, die ihnen helfen zu glauben.
„Wer hilft mir glauben?" fragt sie die Kinder.
Tizi hört nur „Wer hilft mir" und reißt schon die Hand hinauf. Sie möchte helfen.
Egal ob basteln oder eine Kerze halten, sie zeigt auf.
„Wer hilft mir glauben?" fragt Friedl die Kinder ein zweites Mal und schon springt Tizi von ihrem Platz und rennt - so gut wie es irgendwie geht - zu Friedl hin. Friedl versteht nun Tizis ernsten Wunsch ihr zu helfen. Schließlich erzählt Friedl ja fast jeden Sonntag Tizi und den anderen Kindern von Gott. Friedl schaut das Mädchen an und hält inne. Die Frage klingt noch nach. Und Friedl sagt mit einem Lächeln im Gesicht: „Ja Tizi, du hilfst mir glauben!"
- Ruth Kistenich -

Gerne möchten wir auch noch mal herzlich zur kommenden Prisca Tagung einladen - Infos hier! 

 

'Wo auch immer'
Musik-Hörbuch von 2Flügel

Christina Brudereck und Ben Seipel als Referenten mit bei Prisca 2013 hier mit ihrem neuen Musik-Hörbuch.

REZENSION: "WO AUCH IMMER bietet ein buntes Kaleidoskop, eine Mischung aus unglaublichen Geschichten,
erlebten und erzählten Biografien, bemerkenswerten Beobachtungen und beachtlichen witzigen Einfällen, alles
musikalisch und mit einer oft poetischen Sprache dicht miteinander verschnürt.

Unaufhörlich ziehen Lieder am Ohr und im Kopf vorbei, im Originalton, moduliert oder improvisiert.

Und aus Christina Bruderecks Feder kommen keine naiven, netten, nichtssagenden Reime aufs Papier.
Ihre Erzähl-Texte sind mal zupackend, mal poetisch-anrührend, feingeistig aufspießend, mit Biss und
schnellen überraschenden Wendungen.

(J. Podworny, lebenslust-magazin.net)"

Link zur CD

2Flügel Juni Tipp

 

 

'Ja! Ein Trostbuch'

Ein leichtes Buch für schwere Tage...

Stell dir vor, ein Engel kreuzt deinen Weg. Flügel hat er nicht, aber Worte. Genug für alle, die sich entschieden haben, „Ja" zu sagen. Auch dann, wenn es das Leben gerade nicht bestens mit ihnen meint. Er buchstabiert „Trost" neu und lädt ein, vierzig Tage lang so zu tun, als ob alles gut werden könnte – und sei es zunächst nur für einen einzigen Moment.

Susanne Niemeyer ist 1972 geboren und lebt als freie Autorin in Hamburg. Wie wahrscheinlich jeder hat sie bereits einigen Liebes- und Lebenskummer hinter sich und findet: Trost sucht sich manchmal ungewöhnliche Wege.

Ariane Camus, Grafikerin und Illustratorin, lebt und zeichnet in Hamburg.

Blick ins Buch

Ja-ein-Trostbuch