Er machte sich selbst zu nichts und nahm Knechtsgestalt an, indem er den Menschen gleich geworden ist. Er erniedrigte sich selbst.

—Paulus über Jesus. Philipperbrief 2, 7

 

Liebe Freunde,

am 1. Mai prallen in Berlin Mächte aufeinander. Die einen wollen mit aller Gewalt auf ihre Anliegen aufmerksam machen. Die anderen wollen diese Machtdemonstration mit aller Gewalt verhindern.

Karfreitag war auch ein Tag, an dem die Mächte aufeinanderprallten. Da will einer mit aller Gewalt die Menschen unter seine Kontrolle bringen. Da will ein anderer mit der ganzen Gewalt der Liebe Menschen in seine Nähe einladen. Er, Gott selbst, wählt nicht den Weg der gewalttätigen Macht.

Der Weg, den Gott wählt, ist ein Weg des Austausches. Rosemarie Stresemann hat das in ihren Quadros „Sanfte Kraft" eindrücklich beschrieben:

„Im Märchen vom ‚König Drosselbart' verkleidet sich ein König als Bettler, um das Herz der Frau, die er liebt, zu prüfen und ihren Stolz zu beugen. Erst dann gibt er sich als ihr König zu erkennen. Bevor Jesus auf die Welt kam, offenbarte sich Gott den Menschen von ‚oben'. Er zeigte ihnen seine Macht, Größe und Überlegenheit durch Wunder. Das Volk Israel erlebte seine Allmacht hautnah. Dennoch hingen die Israeliten oft an Götzen. sanfte_kraft

In Jesus kommt Gott in Gestalt eines Menschen nun nach unten auf die Erde. [...] Dazu war die Bereitschaft nötig, alles, was ihn vom Menschen unterschied, aufzugeben. Gott schlüpfte nicht mal für eine kurze Zeit in eine Verkleidung. Nein, er wollte tatsächlich das Menschsein komplett so durchleben wie wir.

Er bejahte und lebte es mit aller Begrenztheit und Leiden, mit aller Schwachheit, die beispielsweise das Babydasein mit sich bringt, mit aller Verletzbarkeit und allen Risiken. Um uns zu erlösen, geht Gott jetzt den Weg nach unten. Er nimmt die Stellung eines Dieners ein, der keine eigenen Rechte mehr hat."

Weil Gott mit uns getauscht hat – unseren Platz eingenommen hat – können wir auch mit ihm tauschen. Nochmal Rosemarie Stresemann (aus „Im Bund mit Gott"):

„David und Jonathan tauschten bei ihrem Freundschaftsbund die Waffen – und damit auch das, womit sie sich schützten. Auch im neuen Bund wird uns ein Waffentausch angeboten. Jesus weiß, wie sehr wir Schutz und Sicherheit brauchen. im_bund_mit_gott

Womit schützen wir unser Herz, damit es nicht von der Lieblosigkeit dieser Welt verletzt wird? Psychologen wissen, dass die Seele viele Strategien kennt, sich zu schützen: Abwehr, Verdrängung, Verleugnung, Anklage gegen andere, Selbstverdammnis und noch vieles mehr. Diese Selbstschutzanlagen und eigenen Verteidigungsstrategien mauern unser Herz ein. Sie hindern uns, mit Gott und Menschen – ja sogar mit uns selbst in enger Gemeinschaft zu leben.

Aber gerade um diese Verbindung geht es ja im neuen Bund. Wir können nur mit Jesus in enger Gemeinschaft leben, wenn wir die eigenen ‚Waffen' an ihn abgeben, um uns von ihm und seiner Liebe schützen zu lassen. Es gibt dabei aber einen Augenblick, wo wir plötzlich ganz nackt dastehen. Das kann uns so viel Angst machen, dass wir den Tausch nicht wagen.

Jesus macht uns Mut, alles abzulegen. Auch er hat seinen Schutz für uns abgelegt. In Philipper 2,5-8 lesen wir, dass er seine ganze Herrlichkeit, d.h. seine eigene Macht und Stärke sowie Vollmacht und Gottgleichheit ausgezogen hat, um Mensch zu werden. Alles, was er abgelegt hat, bietet er uns im Blutsbund nun an. Die Waffen, die Gott uns geben will, verletzen keinen Menschen mehr.

■ Denk mal
Was macht dir am meisten Angst und wie schützt du dich davor?

■ Mach mal
Bitte Gott, dass er dir zeigt, wie du in einem konkreten Fall mit ihm ‚Waffen' tauschen kannst. In Epheser 6,10-17 sind Gottes Waffen aufgezählt."

„Mach(t) mal anders" – ist das Motto von Christen, die sich am 1. Mai betend einmischen, um in dem Aufeinanderprallen von Mächten etwas von Gottes dienender und segnender Macht und Liebe zum Ausdruck zu bringen.

„Mach(t) mal anders" – ist auch ein Motto für Karfreitag. Es beschreibt Gottes Einladung an dich, deine unzulänglichen „Selbstverteidigungs-Waffen" abzulegen – und seinen Segen und Schutz zu empfangen.

In diesem Sinne – euch allen bewegende Passionstage und dann frohe Ostern.
Kerstin Hack, Down to Earth

PS: Wer die Themen vertiefen will, dem empfehle ich die Quadros von Rosemarie Stresemann, die alle sehr tiefen Einblick in das Wesen Gottes und unsere menschliches Herz geben:
Sanfte Kraft. Den Lebensstil der Demut lernen
Im Bund mit Gott. Die Kraft einer starken Partnerschaft
Mich zeigen. Leben ohne falsche Scham

Ich bin

„ Ich bin der ich bin" - so offenbart sich Gott
„Ich bin" - das ist der Name Gottes, das ist das Wesen Gottes
Wenn wir Menschen als sein Abbild geschaffen sind,
dann sind wir ein „ Ich bin."
Ich bin – das feiert die Tatsache, dass ich geboren wurde,
dass mir das Leben geschenkt wurde.
Ich bin,
Ich lebe,
Ich atme,
Ich existiere,
Ich fühle mich lebendig
Ich bin
So einfach es sich anhört,
aber es reicht vollkommen aus, es erklärt mich
Das ist es. Ich bin
Ich bin hier und jetzt
Mir wurde dieser heilige Raum,
diese heilige Zeit zum Leben gegeben.

Es begann in dem Moment,
als mich Gott im Schoß meiner Mutter gebildet hat.
Das war kein Zufall, kein Missgeschick.
Gott hat mich gewollt.
Das gibt meinem Leben einen Sinn, eine Bedeutung, eine Aufgabe.
Es war Gottes Sehnsucht, dass ich sein soll – und ich bin.
Keine Erwartungen
Keine Wünsche,
keine Fragen und Bedingungen,
Keine Zu-erledigen-Listen,
Einfach Sein - ich bin.
Dieses Ich bin, begründet mich im Hier und Jetzt.
Es verbinde mich mit meiner Seele –
und wenn ich es zulasse,
kann nichts, aber auch gar nichts diese Wirklichkeit zerstören.
Es verbindet mich mit Gott, ich teile das „göttliche Sein."

Ich bin
Das ist Geschenk unseres Gottes
Mehr braucht es nicht.
Das ist alles.
Ich
Das reicht.
Das ist das Geschenk.
Spüre dem nach- und feiere es!

Nach Sr. Ulrike Diekmann

Beitrag: Esther Lieberknecht

 

Die Schönheit der Wüste 

Warum möchte ich über die Wüste schreiben? Weil viele von uns in der Wüste landen und verzweifeln. Wie bin ich hier gelandet? Was habe ich falsch gemacht? Ist Gott böse mit mir? Hat Er mich verlassen?

War Gott ärgerlich mit Seinem Sohn als Er durch den HG, in die Wüste geführt wurde? Im Gegenteil, es war Seine größte Prüfung, als Er Satan überwunden hat, als Er in jeden Bereich versucht wurde, in dem der erste Adam versucht wurde. Es war in diesem Platz von Mangel, von Hunger, von Einsamkeit, von Verlassenheit wo seine seelischen Bedürfnisse als auch seine geistliche Not viel tiefer waren denn je, als Er begriff, wer der Geist Gottes in Ihm ist - Er konnte nicht gekauft werden, Er konnte nicht getäuscht werden
Er konnte nicht verführt werden und Er kam aus der Wüste in der Kraft des HG.

Wenn wir das Wort „Wüste" hören, denken wir sofort an Hitze, Sand, Hässlichkeit, Dürre,
Unbequemlichkeit, Leblosigkeit, Uninteressantes und Eintönigkeit. Viele kommen nicht nahe genug um zu entdecken, daß die Dinge nicht sind wie wir sie uns vorstellen. Sie meinen, weil sie keine augenscheinliche Schönheit sehen, daß es gar keine Schönheit gibt.

Ich bin in der Wüste, in Namibia, aufgewachsen und kann mich erinnern, wie ich im Schatten von einem Felsen saß und bemerkte, wieviel Leben es rund um mich gab. Ich beobachtete, wie Vögel am Himmel kreisten und ich lauschte dem Summen der Bienen. Eidechsen spielten fangen und Käfer krabbelten im Sand, nicht bewußt, daß sie in einer Gegend sind, die Andere als leblos ansehen. Ich sah große Schönheit in der Tatsache, daß das Leben in der Wüste sich nie beschwert. Alles dort pulsierte von Leben trotz der Tatsache, daß es schwerer ist dort zu überleben als anderswo. Die Schönheit ist auch in den wechselnden Farben der Landschaft erkennbar. In der flimmernden Mittagshitze erscheint alles starr und grell, ohne Schatten für Lebewesen, doch wenn der Tag abkühlt und die Sonne längere Schatten wirft, verwandelt sich die Wüste in eine rosa Wunderwelt.

Diese Wüste erinnert mich an viele Menschen, die ich kenne. Von weitem sehen sie häßlich, gebrochen, uninteressant und leblos aus, ohne Vision. Oft haben sie wenig Ressourcen, aber es ändert nichts an der Tatsache, daß Gott in sie viel Leben und Schönheit gelegt hat. Jene, die sich genug Zeit nehmen zuzuhören und sie kennenzulernen, werden dies entdecken.
So gibt es Menschen, die nach einer schlaflosen, unruhigen Nacht aufstehen und mehr müde sind, als zum Zeitpunkt des Schlafengehens. Sie wissen, daß sie nicht die Kraft haben, durch den Tag zu kommen und dennoch entscheiden sie sich, das Frühstück zu machen, ihren Kindern zuzulächeln und ihren Tag richtig zu beginnen. Jeder kann das nach einer guten Nacht schaffen. Es ist jedoch ein immenser Triumph, wenn jemand Anderen reiches Leben geben kann aus der Leere seiner persönlichen Wüste.

Es gibt viele Menschen, deren Beziehungen so kaputt sind, daß es niemanden gibt, den sie Freund nennen könnten. Ihre Finanzen sind so am Ende, daß sie nicht einmal mehr davon träumen, sich einen kleinen Luxus zu gönnen. Ihre Umgebung ist so vergiftet, daß sie sich nicht vorstellen können, daß der Kürbis von Aschenputtel sich in eine goldene Kutsche verwandelt hatte. Die meisten Menschen widerspiegeln auch diesen Schwermut.

Aber nicht alle! Ich kenne einige wunderbare Menschen, die mit wenig Spaß haben können, wie z.B. mit einer Eidechse, die fröhlich über einen Stein huscht. Sie wissen, den Reichtum in ihrem Inneren zu schätzen. Ob sie die Gnade und Beweglichkeit ihres Körpers, ihren Sinn für Humor oder die Leidenschaft ihres Geistes feiern, sie können sich ohne äußeres Zutun freuen. Sie sind Schönheiten in der Wüste.

All Jene, die schön geboren wurden und immer für ihre Eleganz und Exzellenz bewundert wurden, die möchte ich segnen und ich wünschte, es gäbe mehr Menschen wie sie.

http://www.praesenz-kunst-und-buch.de


Ich strebe und arbeite daran, Menschen zu helfen und ich geniesse die Schönheit, die schon sichtbar ist. Ich weiß zutiefst, daß diese Schönheit so viel mehr gekostet hat als jene, die Andere haben. Daher schätze ich sie umso mehr. Jene, welche die Schönheit in der Wüste entdeckt haben, sind meine wahren Heldinnen. 

Für 2012 wünsche ich Euch allen den Weg Gottes in Euer persönliches gelobtes Land von Milch und Honig. Die Absicht der Wüste ist unsere Vorbereitung auf den Dienst im Reich unseres Herrn Jesus. Möge Gott Euren Weg reichlich segnen! Ob Wüste, ob gelobtes Land, Er ist immer bei Euch!

Juliana - Eine Geschichte von Umkehr und Heilung
ISBN-10: 3876302145
ISBN-13: 978-3876302140 

erhältlich bei cbz.at

buch_juliana

 

 

Prisca Mentoring Tagung
Freitag, 25. bis Sonntag, 27. November 2011 Hotel Schütterhof in Rohrmoos bei Schladming

 

M-it 25 Frauen im Schütterhof in Rohrmoos bei Schladming zu sein, ist einfach ein
E-rlebnis: Wir hatten viel Zeit zum Austauschen, Ausspannen (Wellnesshotel!) und
N-atürlich auch für die kostbaren Inputs von Steff Klingelhöfer, die extra aus Jerusalem zu uns gekommen ist und die unsere Prisca-
T-agung wirklich sehr durch ihre liebe, offene und ehrliche Art bereichert hat.
O-ben am Berg beschäftigten wir uns also im Plenum mit großen Themen und in kleineren Gruppen wurde reflektiert, samstagnachmittags ging es dann
R-unter ins Tal, wo wir die Krankenhauskapelle mit mehreren Sinnen erspüren durften.
I-n dieser sind die „Lebenslinien" im Altarbild und mit und durch den ganzen Raum sehr symbolträchtig veranschaulicht.
N-atürlich auch ein Höhepunkt, der Spuren hinterlässt, ebenso wie das
G-aladinner das uns kreativ serviert wurde.
Und... wer hat nun das Hauptthema unserer Prisca-Tagung (Freitag, 25. bis Sonntag, 27. November 2011) erraten? Fotos von der Tagung unter www.arbeitsforum-prisca.at

Verena Grafinger (ÖSM)

2011-11-27_prisca-gruppenfoto-schuetterhof-500